Spielbericht vom 4. Spieltag

Enttäuschend & Ernüchternd.

Das erste Topspiel der Saison stand bevor und wie der Titel schon aussagt - es ist nicht gut gelaufen. Wir kannten den Gegner schon aus der Aufstiegsrunde, und bereits da hatten wir eine Rutsche mit 5 Toren bekommen.

 

Da lag es zum einen an der Einstellung gegenüber dem Gegner, wir traten sehr arrogant auf und waren nicht bereit in die Zweikämpfe zu gehen. Zum anderen an einer taktischen Fehlentscheidung seitens des Trainerteams. Wir hielten viel zu lange an einer offensiven 3:2:1 fest, die durch schnelles Parallelstoßen auseinanderfiel.

 

Mo und Pat fielen beide aus, wodurch wir mit 10 Spieler antraten. Pat wird noch  6 Wochen fehlen, da er eine Knochenabsplitterung im kleinen Finger hat. Mo musste bei einem Flohmarkt helfen. (...)

 

Wir kamen wieder überhaupt nicht ins Spiel, obwohl wir taktisch die richtigen Mittel gefunden hatten. Mit der defensiven 3:2:1, die die Außen doppelte , fielen wenige Tore - wir kassierten bis Minute 10 nur vier Stück.

Die JSG Handballlinks zeigte vorne ein pomadiges Angriffsspiel, richtiggehenden Standhandball. Wir bekamen die Deckung nicht ins Rutschen oder schlossen die Angriffe rechts von der Eckfahne als Rechtshänder ab. Ebenso gingen wir nicht in die Nahtstelle, sondern spielten uns im stehen den Ball im Rückraum zu.

 

Als dann endlich in Minute 11 das 4:1 fiel, lagen wir durch 2 Gegenstöße auch umgehend 6:2 zurück. Wir nahmen bei Minute 15 das TT  und stellten auf die 6:0 Deckung um. Die funktionierte viel besser, leider gelangten ein ums andere Mal die Abpraller in die Hände der Gegner oder wir warfen vorne die Bälle weg.

 

Persönlich enttäschend war für mich der Auftritt von den Leistungsträgern. Sie ließen den Kopf hängen und ließen auch kein Lob an sich heran. Pubertäre Anbandelungen oder einfach keine Lust?

 

Wir wechselten Christian dann aus und besprachen mit ihm , wie er als Spielmacher mit einer offensiven Deckung umgehen muss: Einlaufen lassen (mit oder gegen den Ball) und Gegenspieler mit Stoßen binden.

 

In der Zwischenzeit spielte Claas Mitte und Nilson, unser Neuzugang aus Australien auf Rückraum Rechts. Interessanter klappte es vorne dann besser. Leider hinten nicht - Christian hatten nämlich hinten gut gearbeitet und Nilson hat noch Probleme im 1:1.

 

Es verstärkte sich der Eindruck, nein es kristalisierte sich heraus, dass die Jungs es gar nicht mögen, gegen eine offene Deckung zu spielen, die anpackt, sich gegenseitig abfeiert und giftig ist.

 

Als ob meine JSG-Spieler den Kontrast dazu bilden wollen, bleiben sie unterkühlt und lassen keinerlei Emotionen an sich heran. So entstehen keine zwingende Aktionen.

 

14:8 war der Halbzeitstand.

 

Thema der Halbzeit: Mehr Bewegung im Angriff, mehr Abwehrarbeit und sich selber an den Haaren aus dem Sumpf herausziehen.

 

Die Reaktion war gut und endlich lieferten die Jungs ein gutes Spiel ab - bis zum 20:16 war das Spiel wieder offen. Dann leider kippte das Spiel wieder, weil wir vorne 3 Mal nicht trafen und hinten in der Abwehr den Gegner durchlaufen ließen (Stichwort Innenblock). Bis dato verteidigten wir Sperreabsetzten und Rückraumwürfe auch ganz gut, aber immer und immer wieder führten individuelle Fehler zu Gegentore.

 

Als wir dann frei durch noch weitere 5 Würfe vergaben, ließen die Jungs die Köpfe endgültig hängen und wehrten sich in den Schlussminuten nicht mehr -

 

Endergebnis : 28:20

 

Ich bin überhaupt nicht mit dem Spiel zufrieden, sowohl mit der Coachingleistung, wie auch mit den Spielern.

 

  • Wir hätten viel mehr animieren müssen, dass die Jungs sich im Angriff ohne Ball bewegen und die Jungs von der Platte nehmen müssen, die keinen Biss zeigten.
  • Wir hätten die Spieler noch mehr stark reden müssen

Da die Jungs eine Reaktion gezeigt hatten, war die Ansprache gut.

 

Trainingsziel der nächsten Woche ist definitiv nochmal Stoßen üben. Vielleicht war es auch einfach ein Scheiß Tag, die gibt es auch beim Handball, aber so unmobil habe ich meine Jungs noch nie gesehen.

 

Je offener die Gegner Decken, desto besser für uns - hieß es bisher. Das heute war nicht gut gelöst.

 

Lichtblicke:

  • Nilson hat in der Schlussphase gut dampf gemacht und ein Tor erzielt und vorbereitet. Den bringe ich nächstes Mal viel eher.
  • 2 Kreisläufer im Angriff geben uns die Möglichkeit eine gute 6:0 zu Decken.
  • Dome hat auf rechts außen gut gezogen und 7m rausgeholt und sich mit einem Tor belohnt
  • Maxim hat das Spiel mit Gegenstößen und schneller Ballaufnahme sehr schnell gemacht - die 2. Phase war gut und man sieht, dass wir daran gearbeitet haben
  • 6:0 Deckung - nur individuelle Fehler, keine Mannschaftstaktischen - das 6:0 Training zeigt Fortschritte.
  • Rob gab keine Minute auf und hielt uns in der Schlussphase lange im Spiel. Auch als Rückraumspieler. Charakterlich und spielerisch ein gutes Signal.

 

Ich hab es auf Video, mal sehen was das noch gibt.

Leserfrage: Wenn es giftig und griffig wird, fehlen irgentwo unsere Eier. Wie kriegt ihr hin, dass eure Spieler die Cojones im Spiel wiederfinden?

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