Koordination

Wieso Koordination alles besser macht und ein Dominoeffekt auslöst.

Das Schaubild zeigt die Beziehung der Orientierungsfähigkeit, Differenzierungsfähigkeit, Gleichgewichtsfähigkeit, Rhythmusfähigkeit, Reaktionsfähigkeit.
Die Beziehung grundlegenden koordinativen Fähigkeiten nach Hirtz

Es gibt sie, die überragenden Spieler. Sie sehen den freien Raum, sie spielen den perfekten Pass. Sie werfen nach links, wenn der Torwart nach rechts springt. Sie lernen neue Techniken schneller als Andere. Egal ob Volleyball, Frisbee, Fußball, Handball oder Rollhockey im Schulsport - die Spieler sind Ball-Affin und haben "den Dreh sehr schnell raus".

Die Frage nach dem Grund, lässt sich oft an Hand des Niveaus der allgemeinen koordinativen Fähigkeiten beantworten.

 

Koordinationstraining ist das Training der Trainierbarkeit

 

Koordinative Fähigkeiten sind Fähigkeiten, die durch Prozesse der Bewegungssteuerung und Bewegungsregelung bestimmt werden. Dadurch ist ein Sportler in der Lage motorische Aktionen in vorhersehbaren und unvorhersehbaren Situationen sicher und ökonomisch zu beherrschen und sportliche Bewegungen im Vergleich zu anderen Personen schneller zu erlernen.

 

Achtung bei der Unterscheidung von koordinativen Fähigkeiten und Fertigkeiten.

Fähigkeiten sind flexibel und situativ anwendbar, wohingegen die Fertigkeiten feste und automatisierte Bewegungshandlungen (spezifische Bewegungen, Techniken) sind. Koordinative Fähigkeiten sind das Endergebnis aus der Bewegungsschulung und und wirken sich in verschiedenen Lebensbereichen aus (bewegungsübergreifend). Fertigkeiten lassen sich nur auf einem bestimmten Gebiet anwenden.

 

Wenn ein Handballer schwimmen soll, bringt die Fertigkeit des Wacklers nicht. Aber seine (koordinative Fähigkeit) Kopplungsfähigkeit hilft, die komplexe Kraulbewegung der Arme und Beine zu koordinieren.

Schaubild Koordination und ihre Bestandteile
Die Bestandteile der Koordination, sowie deren Einfluss auf Steuerungsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit und die allgemeine motorische Lernfähigkeit

Es wird schnell klar, dass die einzelnen koordinativen Bestandteile niemals isoliert auftreten. Beim Bewältigen einer Situation steht eine der Fähigkeiten eventuell in den Vordergrund, ist aber niemals alleinbestimmend für das Endergebnis. Die sieben koordinativen Fähigkeiten beeinflussen sich alle gegenseitig und führen zu Synergieeffekten.

 

Was Hans nicht lernt...

 

Die Grundlagen für die Koordination werden in den Jugendjahren gelegt. Gerne mit Ball, aber auch gezielt durch triviale Übungsformen, die gezielt auf Schwachstellen eingehen. Die einzelnen Komponenten der Koordination haben ihr Entwicklungsoptimum, also beste Verhältnis zwischen Aufwand und Lerneffekt, zu unterschiedlichen Zeitpunkten.

Schaubild der sensiblen Phasen der Koordination Die sensiblen Phasen der Koordination von sechs bis 16 Jahre: Orientierungsfähigkeit, Reaktionsfähigkeit, Differenzierungsfähigkeit, Gleichgewichtsfähigkeit, Kopplungsfähigkeit und Umstellungsfähigkeit.
Die sensiblen Phasen der Koordination von sechs bis 16 Jahre

Das Entwicklungsoptimum der verschiedenen Fähigkeiten  liegen versetzt zueinander. Das beste Lernalter scheint jedoch zwischen dem elften und dreizehnten Lebensjahr zu liegen. In diesem Zeitraum stehen die Kinder erst noch vor dem nächsten Entwicklungsschub des Körpers. Die Proportionen der einzelnen Gliedmaßen sind noch ausgewogen und in einem perfekten Verhältnis zueinander. Emotional sind die Kinder  vor dem Schritt zur Pubertät ausgeglichen. Da Körper und Geist im Einklang sind und einer Entwicklung unter guten Bedingungen damit nichts im Wege steht, sprechen Fachleute in diesem Lebensabschnitt auch von dem goldenen Lernalter für Kinder.

 

Beim generellen Training der Koordination müssen einige Punkte für eine steigende Lernkurve beachtet werden.

 

 

Fazit für das Handballtraining

Die Koordination legt den Grundstein für die sportliche Entwicklung eines Spielers in jeder Ballsportart. Sie ist maßgebend für den Punkt, an dem ein Spieler sein höchstes spielerisches Niveau erreicht. Es ist unabdingbar Koordination im goldenen Lernalter zu trainieren und bereits bei Kleinkindern die motorischen Grundlagen zu schaffen.


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