Handballtraining mit Hindernissen  - Trainingshilfen

Trainingshilfen: Welche sind geeignet oder bergen Gefahren

 

Der Vergleich: Matten, Airbody, Pylonen, Hütchen, Pads oder Kasten beim Handballtraining. Als Handballtrainer stehe ich vor jedem Training vor der Qual der Wahl. Eventuell aber auch der Wahl der Qual.

Für die geplanten Handballübungen für das Handballtraining stehen mir Matten, Airbody, Pylonen, Pads, Pommes, Koordinationsleitern oder Kästen zur Verfügung. Diese sieben Hindernisse werden heute vorgestellt:

 

Trainingshilfe Turnmatte

 

 

Matte für das Handballtraining

Der Klassiker ist sehr velseitig einsetzbar. Im Stehen ist die MatteMatte für das Handballtraining als undurchsichtiges Hindernis perfekt geeignet um die Antizipationsfähigkeit der Jugendlichen hinsichtlich Lauftempo- und Richtung zu schulen.
Ebenso kann die Matte während einer Handballübung zur Wurfschulung eingesetzt werden, bei einem Treffer gibt diese  gegebenenfalls nach und der Ball rollt nicht durch die ganze Handballhalle.
Nicht zu vergessen ist, dass Matten bei Übungen auch getragen werden können, was nach einigen Runden bereits sehr anstrengend für Jugendliche ist. Hier ist es sehr sinnvoll diese körperliche Ertüchtigung als "Spiel" zu verpacken.
Die Turnmatte ist auch Basis von vielen Aufwärmspielen beim Handball: draufsetzen, umlaufen oder draufstellen - hier sind keine Grenzen gesetzt.

 

Im Liegen ist die Weichbodenmatte ebenfalls für Koordinationsübungen nützlich - z.B. eine Rolle vorwärts (damit haben viele Jugendliche schon Probleme) und anschließend den geprellten Ball wieder aufnehmen. 
Die Gefahren einer Matte kommen aber hauptsächlich beim Liegen zum Tragen - während einer Handballübung einmal kurz nicht aufgepasst und von der Mattenkante gerutscht, der Außenbandriss ist perfekt. Ich setzte Matten nur für koordinative Aspekte ein, aber nicht mehr bei Wettkampfspielen, da daraus oft Verletzungen entstanden sind.

Trainingshilfe Airbody

 

 

Airbody für das Handballtraining

 

 

Sofern Jugendliche nicht Ihre überschüssige Energie am AIR BODY auslassen, steht dieser meist als Hindernis in der Halle. Der Airbody dient als lebensgroße Gegnerattrape, die  für Stemmwurf, Fallwurf, Sprungwurf und Finten-Übungen genutzt werden kann. Gerade bei Handballübungen für Stemmwürfe und Unterarmwürfe aus dem Lauf eignet der Air-Dummy sich perfekt - er hat weder eine  Brille, noch Schmerzen, falls er getroffen wird.

Koordinationsübungen unterstützt der Airbody nicht, Vorteile liegen eher bei Kleingruppenlösungen, Simulation von Handball Abwehrformationen und Technikschulung. Das Verletzungsrisiko während des Trainings ist wirklich gering sofern der Airbody richtig eingesetzt wird.
Hier die günstige Starter Sets , die ich finden konnte .

Trainingshilfe Pylonen

 

Das Bild zeigt eine Pylone für Handballübungen

 

 

Pylonen sind ein kleines Hindernis, schnell und ohne große Mühe in der Halle zu positionieren, jederzeit verschiebbar und das Standartwerkzeug eines jeden Handballtrainers. Als Erstes der bisherigen Trainertools passt es in jeden Kofferraum. Markierungshütchen werden als Zielmarken eingesetzt, für Koordinationsschulung und Laufwegvorgaben, ebenso auch als Spielfeldbegrenzungen.

Pylonen haben sich bei grundlegender Technikschulung wie prellen oder in Bezug auf die Beinarbeit bewährt.  Da sind wir auch schon bei einem kritischen Punkt - bei hohem Tempo ist das Ausrutschen auf den Pylonen fatal und kann schwere Verletzungen nach sich führen. Werden Pylonen beim Handballtraining weggetreten, kann die Positionskorrektur nach jeder Übung kann durchaus nervig sein.

Dafür sind Pylonen günstig zu erwerben und flexibel einsetzbar.

Trainingshilfen Pads

 

 

 

Das Bild zeigt ein Pad oder Markierungsscheibe für den Hallenboden

Flach, rund und platzsparend: Das Pad ist mir dieses Jahr zum ersten Mal begegnet. Die rutschfesten Markierungsscheiben können eingesetzt werden um jungen Heranwachsenden die Schrittfolge für Technik zu vermitteln. Außerdem fungieren Pads wie Koordinationsleitern als einzelne Berührungsfelder. Im Training wurden die Floormarker bisher immer gut angenommen.
Als Hindernisse bilden sie das Gegenstück zu Pylonen: Wird bei einer Handballübung draufgetreten, sind die Pads  rutschfest, Handballspieler und - Spielerinnen können also bei hohem Tempo plötzlich bremsen und umknicken. Als Spielfeldbegrenzungen einer Handballübung sind sie deshalb nicht geeignet. Dennoch benutze ich die Pads bei Minispielen oder  als Umlaufmarkierungen.

Pommes als Trainingshilfe

 

Schaumstoffbalken Handballlinks Handballübungen

Mit Pommes sind eigentlich Schaumstoffbalken gemeint, die ca. 40 cm lang sind. Das Material ist weich und gibt nach, man rutscht bei einer Übung nicht leicht aus. Die Balken reißen bei Gewalteinwirkung, sind aber in der Regel sehr beständig.


Ich arbeite viel mit Pommes, da auch diese in den Kofferraum passen und schnell aufgebaut sind. Koordinationsübungen kann ich damit ebenso abdecken, wie spielerische Elemente. Auch beim Aufwärmen können Pommes genutzt werden. Pommes sind bei allen Aspekten der Beinarbeit zu gebrauchen. Als Begrenzung bei Spielfeldern sind sie ebenfalls geeignet, bisher gab es damit keine Unfälle.

Schaumstoffbalken sind sehr kostengünstig und sehr vielseitig Einsetzbar. Ich halte diese für unverzichtbar.

Trainingshilfe: Koordinationsleiter

 

 

 

Was sind viele Pommes in einer Reihe? Beim Wegräumen, viel Arbeit! Deshalb wurde wohl die Koordinationsleiter erfunden. Koordinationsleitern werden für Koordinationsübungen benutzt oder einer Handball Übung vorgeschaltet. So kann je nach Situation ein Zeitdruck oder Komplexitätsdruck erzeugt werden. Die Leiter passt zwar in einen Kofferraum, ich greife aber lieber auf die Schaumstoffbalken zurück.

Trainingshilfe: Kasten

 

 

 

 

Der SprungkastenDas Bild zeigt einen Kasten ist eigentlich in jeder Halle verfügbar. Es gibt die offene Form, wo Bälle durch die Kastenform hindurchgespielt werden können oder die geschlossene. Daraus ergeben sich viele interessante Übungsformen während des Handballtrainings. Zum Beispiel kann ein Kasten zur Vorübung angespielt werden (Autopass) oder versucht werden, aus hohem Tempo einen Pass durch den Kasten zum Kreisläufer zu spielen.

Ebenso kann man einem Kastenoberteil auch Leibchen überstreifen, die dann lebensgroße Gegenspieler darstellen können. Kasten sind auch wunderbar als Begrenzungen oder Zielobjekte geeignet, wobei eine Kollision mit dem Spieler dann schmerzen kann. Ansonsten halte ich das Verletzungsrisiko für gering.

Fazit

 

Letztlich ist es jedem Trainer selber überlassen womit er arbeiten möchte und wie viel er in den Kofferraum packt. Ich persönlich präferiere Kastenoberteile, Pommes und Pads aus den oben genannten Gründen. Alles hat seine Vor- und Nachteile und ich denke eine "richtige" Lösung gibt es nicht.